Ein erfahrener Makler kann beim Immobilienverkauf Zeit, Ärger und wahrscheinlich auch Kosten sparen. Aber wer ausreichend Zeit hat und flexibel ist, kann seine Immobilie auch privat verkaufen. Er sollte dabei nur einige wichtige Dinge beachten.

Natürlich empfehlen wir als Immobilienmakler, bei der Veräußerung einer Immobilie einen Fachmann einzusetzen. Das kostet zwar Geld, sollte sich unter dem Strich aber dennoch lohnen. Falls Sie es trotzdem selbst versuchen wollen, möchten wir Ihnen folgende zehn Hinweise mit auf den Weg geben.

  1. Planen Sie – eine gute Strategie ebnet den Weg zum Erfolg

Ohne Plan und Strategie in den Immobilienverkauf zu gehen, kann nur schief gehen. Nehmen Sie sich Zeit für einen Plan und beantworten Sie sich selbst folgende Fragen: Wer ist meine Zielgruppe? Wie erreiche ich sie? Wie bereite ich die Immobilie und die Informationen über mein Angebot auf? Wieviel Erlös will ich erzielen, wo liegt meine Schmerzgrenze?

Unterschätzen Sie auf keinen Fall den Zeitaufwand. Ein Immobilienverkauf geht nicht in zwei Wochen über die Bühne. Selbst wenn Sie sich mit einem Käufer einig sind und einen Notarvertrag in der Hand halten, dauert es oft noch mindestens acht Wochen, bis das Geld auf Ihrem Konto ist. Der gesamte Prozess kann schnell ein halbes Jahr dauern.

  1. Besorgen Sie sich alle relevanten Unterlagen und prüfen Sie diese

Bevor Sie starten, sollten Sie alle notwendigen Dokumente in der Hand haben. Neben dem Grundbuchauszug und Nachweisen über Neben- und Betriebskosten, gehören auch die Flurkarte, städtische Bescheide und nicht zuletzt ein Energieausweis dazu. Prüfen Sie diese Unterlagen sorgfältig. Eingetragene Rechte zugunsten Dritter oder anstehende Straßensanierungen, die auf Anlieger umgelegt werden, könnten sonst kurz vor Ende des Verkaufsprozesses zum Fallstrick werden.

  1. Finden Sie den optimalen Angebotspreis

Wer mit einem zu hohen Preis beginnt, erzielt am Ende häufig weniger als jemand, der mit einer realistischeren Forderung gestartet ist. Wer beim Preis nachgeben muss, landet schnell in einer Abwärtsspirale.

Schauen Sie sich den Markt über einen längeren Zeitraum genau an und analysieren Sie vergleichbare Objekte. Auch der aktuelle Bodenrichtwert und Immobilienmarktberichte geben Anhaltspunkte. Im Zweifel können Sie einen unabhängigen Wertermittler beauftragen.

  1. Präsentieren Sie die Immobilie professionell

Bringen Sie die Immobilie in einen ordentlichen Zustand und beseitigen Sie eventuelle Mängel. Organisieren Sie sich ggf. fachmännische Hilfe. Durch professionelle Fotos, unter Umständen ergänzt durch Luftaufnahmen oder einen 360-Grad-Rundgang, sollen Interessenten einen realistischen Ersteindruck Ihres Angebots erhalten.

  1. Übertreiben Sie es nicht im Exposé

Bei der Beschreibung der Immobilie sollten Sie keine zu hohen Erwartungen wecken. Wenn der erste Eindruck zu stark von der Beschreibung abweicht, ist die Enttäuschung vorprogrammiert; einen Verkaufsabschluss werden Sie dann nur sehr schwer oder mit unverhältnismäßigen Abstrichen erzielen.

  1. Sorgen Sie für die Privatsphäre – Ihre oder die ihres Mieters

Egal ob Sie selbst noch in der Immobilie wohnen oder diese vermietet ist. Bei den Beschreibungen, den Fotos und Plänen sollten Sie aufpassen, nicht die genaue Lage oder gar Adresse preis zu geben. Sonst müssen Sie mit neugierigen Nachbarn oder unliebsamen Besuchern rechnen. Falls die Immobilie vermietet ist sind Sie beim Verkaufsprozess auf die Kooperationsbereitschaft des Bewohners angewiesen. Seine Geduld sollte also nicht überstrapaziert werden.

  1. Seien Sie erreichbar – auch außerhalb der üblichen Geschäftszeiten

Wenn das Objekt auf dem Markt ist, sollten Sie zu angemessenen Zeiten – vor allem abends und an den Wochenenden – gut erreichbar sein. Das muss nicht rund um die Uhr sein, aber ein Anrufbeantworter sollte auf jeden Fall erreichbar sein. Und melden Sie sich immer zügig zurück; Interessenten sind in der Regel sehr ungeduldig.

  1. Rechnen Sie mit unseriösen Angeboten

Wenn Ihre Immobilie auch nur einigermaßen interessant ist, müssen Sie mit einem Bombardement von Kontakten rechnen. Auch durch Makler, die sich teilweise als Privatinteressenten tarnen, Fotos machen und das Objekt dann selbst ins Netz stellen. Nicht selten steht eine Immobilie plötzlich dreimal im Internet, zu drei verschiedenen Preisen, von drei verschiedenen Anbietern.
Prüfen Sie daher Ihre Geschäftspartner. Sonst laufen Sie Gefahr, dass Ihnen der Verkaufsprozess aus der Hand genommen wird – leider. Das ist einer der Gründe warum Makler im Allgemeinen nicht den besten Ruf haben.

  1. Planen Sie die Besichtigungstermine

Es gibt gute und es gibt schlechte Besichtigungszeiten. Setzen Sie Ihre Termine bei Tageslicht an, idealerweise bei gutem Wetter. Selbstverständlich sollte aufgeräumt und gut gelüftet sein. Auch Einzelbesichtigungen per Life-Stream mit Interessenten, die – gerade jetzt in COVID19-Zeiten – nicht vor Ort sein können oder vielleicht gesundheitlich verhindert sind, sollten möglich sein und führen im Bestfall zu einem schnelleren Verkaufserfolg.

  1. Stellen Sie sich auf harte Preisverhandlungen ein und lassen Sie Vorsicht walten

Als Privatmann werden Sie nur selten über so hohe Summen wie bei einem Immobilienverkauf verhandeln. Überlegen Sie sich also vorher, wie weit Sie gehen wollen. Sollten Sie Angst haben, sich zu schnell herunter handeln zu lassen, sollten Sie unbedingt einen Vermittler einschalten, der Erfahrung damit hat – notfalls aus ihrem Bekanntenkreis. Preisliche Zusagen lassen sich nicht mehr zurücknehmen und im schlimmsten Fall „verschenken“ Sie hier wertvolles Geld.
Wenn eine preisliche Einigung vorliegt, vereinbaren Sie keinesfalls einen Notartermin ohne vorher einen Finanzierungsnachweis des Käufers gesehen zu haben. Nur damit können Sie sicher sein, dass Sie nach dem Notartermin den Kaufpreis auch erhalten.

Unser Fazit wird Sie wenig überraschen: Ein guter Makler kann Sie vor vielen Fallstricken bewahren und Ihnen einigen Aufwand abnehmen. Viele Dinge, von Fotos über Terminvereinbarung, Selektion der Interessenten bis hin zur Bonitätsprüfung, erledigt ein Makler auf hohem Niveau. Er kennt die lokalen Verhältnisse und die richtigen Ansprechpartner. Im Optimalfall begleitet er den Verkaufsprozess nicht nur bis zum Notartermin sondern übernimmt für Sie – teils Monate nach Abschluss der Kaufabwicklung – auch die Übergabe der Immobilie und alles was damit einher geht. Das sollte Ihnen etwas wert sein. Und weil wir als Makler unser fachliches Know-How für Sie einsetzen und professionell verhandeln, lohnt sich das für Sie. Eine professionelle Vermarktung zahlt sich somit für Sie aus!